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Reparaturrechnungen


Kleinreparaturen von der Steuer absetzen

 

Haushaltsnahe Dienstleistungen dürfen steuerlich geltend gemacht werden - bis zu 6.000 Euro sind sie in der Einkommenssteuererklärung absetzbar (§ 35a Absatz 2 EstG.). Dazu gehören auch Ausbesserungsarbeiten und Schönheitsreparaturen am Dach. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die typischerweise von Familien-mitgliedern übernommen werden und regelmäßig anfallen. Handwerkliche Tätigkeiten sind nur dann begünstigt, wenn es sich um Ausbesserungsarbeiten oder Schönheitsreparaturen handelt. Grundlegende Renovierungsarbeiten wie Um- und Anbauten fallen jedoch nicht darunter - so urteilte das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil Az. 4 K 2030/04).

 

Welche Dienstleistungen sind begünstigt?

 

Das Wort "Dienstleistungen" sagt schon aus, dass die Lieferung von Waren aller Art nicht hierunter fällt. Überall, wo der Erwerb von Waren im Vordergrund steht, beteiligt sich das Finanzamt nicht. Begünstigt sind Dienstleistungen, wie zum Beispiel Rasen mähen, Fenster putzen, Teppich reinigen oder Handwerksarbeiten. Dabei ist es egal, ob Sie Mieter oder Eigentümer sind.

 

Höhe der Steuerersparnis

 

Im Gegensatz zu Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen oder Sonderausgaben erfolgt kein Abzug der Kosten vom steuerpflichtigen Einkommen, sondern der zulässige Betrag der Steuerersparnis wird direkt von der Steuerschuld abgezogen. Die Steuer-progression interessiert mithin nicht. Maximaler Abzug von der Steuerschuld: 20 Prozent der nachgewiesenen und berücksichtigungsfähigen Kosten, höchstens aber 1200 Euro im Jahr, d.h. Rechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen werden bis zu maximal 6.000 Euro pro Jahr berücksichtigt.

 

Tipps für den Betrieb

 

Prüfen, ob die erbrachte Dienstleistung nicht auch in voller Höhe als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden kann. Beispiel: Gartenarbeiten beim vermieteten Haus oder Malerarbeiten in Büro. Der "Dienstleister" muss die "haushaltsnahe Dienstleistung" in selbständiger Tätigkeit erbringen. Eine vom Steuersparer angestellte Haushaltshilfe kann nicht noch "nebenbei" Dienstleistungen in selbständiger Tätigkeit beim Steuersparer vornehmen.

Führt die Dienstleistung zu "Herstellungsaufwand", gibt es die Steuervergünstigung nicht (BMF, Schreiben v. 14.8.2003, BStBl 2003 I S. 408, Rz. 5). Das Jahr der Zahlung ist entscheidend für den Abzug von der Steuerschuld und die Geltendmachung in der Steuererklärung. (§ 11 Abs. 2 EStG).

Höhere Rechungsbeträge am Jahresende auf 2 Jahre verteilen. Beispiel: Die Handwerker-rechnung wird im Januar erwartet und wird sich auf rund 20.000 Euro belaufen: 8.000 Euro Materialkosten und 12.000 Euro Arbeitslohn. Lassen Sie sich im alten Jahr noch eine Abschlagsrechnung geben und zahlen Sie diesen Betrag im alten Jahr. Damit sind für 2 Jahre die Maximalbeträge genutzt worden.

Zum Nachweis für das Finanzamt ist vorzulegen: Rechnung des Dienstleisters und Bankbeleg für die erfolgte Zahlung. Sind die entstandenen Kosten ggf. auch als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig (z.B. für Kinderbetreuung oder für die Pflege bedürftiger Angehöriger), so ist nach Ansicht der Finanzverwaltung der Abzug als außergewöhnliche Belastung vorrangig.

Bei getrennter Veranlagung wird die Steuerersparnis den Ehepartnern zur Hälfte zuge-rechnet. Eheleute können aber auch eine andere Aufteilung beantragen. Bei nicht-ehelicher Lebensgemeinschaft oder eingetragener Lebenspartnerschaft kann der Auftraggeber (Rechnungsempfänger und Zahler) die Steuervergünstigung allein beanspruchen.

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